Kaninchen

 

Bei uns leben vier Kaninchendamen mit ihrem Kaninchenherren.

Unsere fünf Kaninchen haben in unserer Scheune ein knapp 20qm großes, mardersicheres Gehege. Tagsüber dürfen sie zusammen mit den Hühnern und Enten auf dem gesamten Grundstück laufen, hoppeln, springen und Gras fressen.

Kaninchengerechter können Kaninchen beim Menschen wohl kaum leben: Viel Platz in der Nacht (großes Gehege), viel Auslauf (ca. 1000 qm Freilauf tagsüber) und Gesellschaft (Kaninchen leiden, wenn sie alleine gehalten werden.)

Unseren vier Kaninchenmädchen Lotti, Elsa, Nala und Anni und dem Kaninchenbock Snoopy ging es nicht immer so. Hier möchte ich euch ihre Geschichte erzählen...

 

 

Lotti

Lottis Krallen

Bevor Lotti zu uns kam, hatte sie einen anderen Namen. Eigentlich hatte sie ein komplett anderes Leben. Allerdings ein Leben, das leider häufig typisch für viele Kaninchen ist. Daher erzählt Lottis Geschichte die Geschichte vieler, vermutlich hunderter Kaninchen in Deutschland: Ein Mann schaffte ein süßes Häschen für seine Tochter an. Natürlich musste es eins mit lustigen Flecken und Schlappohren sein. Dass diese eine Qualzucht sind, wusste weder das Mädchen noch ihr Vater. Für das Häschen wurde ein Käfig von einem Meter Länge gekauft - an mehr Platz oder Gesellschaft für das Tier dachte natürlich niemand. In einer Mietwohnung stand der Käfig nun im Kinderzimmer. Schon nach wenigen Wochen war das süße Häschen gar nicht mehr so interessant. Es stand vergessen in der Ecke. Der Vater des Mädchens hatte keine Lust, sich um das Tier zu kümmern, also gab er dem Häschen selten und wenig Wasser und Futter. Er hatte aber auch keine Lust, das Kaninchen ins Tierheim zu bringen oder sich anderweitig um eine Vermittlung zu kümmern. So verging eine lange Zeit - zwei Jahre. Selbst im Leben eines Menschen eine lange Zeit. Und im Leben eines Kaninchens wohl erst recht... Zum Glück entdeckte eine liebe Tierschützerin das Häschen und brachte es in Jennys Tierecke. Aber zwei Jahre Vernachlässigung hinterlässt Spuren: Lotti war zu dünn, hatte Ohrmilben und viel zu lange Krallen (s. Foto). Außerdem war sie durch die lange Einsamkeit und mangelnde Zuwendung sehr bissig geworden. Lotti wurde tiermedizinisch behandelt und erhielt nur wenige Wochen später Gesellschaft von drei weiteren Kaninchendamen. Kaum hatte sie Gesellschaft, hörte sie auf zu beißen. Heute flitzt Lotti gesund und fröhlich auf hunderten von Quadratmetern Auslauf, kuschelt mit ihren Freunden und liebt menschliche Streicheleinheiten!

 

 

Elsa, Nala und Anni

 

Drei Widder-Kaninchen können einem traurigen Schicksal entrinnen...

In diesen verschmutzten, kleinen Kaninchenställen von ca. 50cm Länge pro Box "lebten" Elsa, Nala und Anni in Einzelhaltung - wie insgesamt 300 weitere Kaninchen, die der Züchter so hielt...

Heute: 20qm lichtdurchfluteter Stall und tagsüber zusätzlich fast 1000qm Auslauf...:

Eigentlich fuhren wir die weite Strecke, um zwei Schweine vor der Schlachtung zu retten. Wir wussten, dass das Veterinäramt dem Züchter bereits mehrere Ziegen, Hunde, Katzen und 300 Kaninchen abgenommen und diese vermittelt hatte. Für die Schweine fand sich niemand, also nahm eine Freundin von mir so auf. Vor Ort stellte sich heraus, dass der Züchter 15 Kaninchen behalten durfte. Diese züchtete er nicht zum Verkauf, sondern für Ausstellungen und fürs gelegentliche Schlachten.

Nachdem die Schweine verladen waren, konnte ich den Züchter überreden, mir drei sowie eine Bekannten zwei Kaninchen zu überlassen - wir hätten auch alle 15 mitgenommen, aber leider ließ der Züchter sich nicht überzeugen, mehr Kaninchen abzugeben. So retteten wir, was wir retten konnten...

Die drei Kaninchen zogen zu Lotti in meine Tierecke. Obwohl alle Kaninchen ihr Leben lang nur Einzelhaltung kannten, war es Liebe auf den ersten Blick. Alle vier verstanden sich auf Anhieb.

Nala, Elsa und Anni, wie ich die drei Kaninchen nannte, hatten ebenfalls Ohrmilben und waren zu dünn, Anni ist leicht behindert. Mehr über sie hier:

 

 

 

Elsa

 

Elsa ist das größte Kaninchen in der Truppe. Wer aber glaubt, dass das sie zur Anführerin macht, täuscht sich. Die kleine Lotti ist für alle, selbst für die große Elsa, ein Vorbild.

 

Nala

 

Die mittelgroße Nala hat - abgesehen von der Größe - ansonsten viel Ähnlichkeit mit Elsa.

Anni - glücklich trotz Behinderung

 

Die kleine, zierliche Anni konnte nicht hoppeln, als sie in Jennys Tierecke kam. Ihr eines Hinterbein war aufgrung der mangelden Bewegung so schlecht bemuskelt, dass sie hinten ständig umkippte. Vermutlich war das Bein irgendwann angebrochen. Mittlerweile hoppelt sie fröhlich und nur bei genauem Hinsehen kann man noch eine leichte Behinderung sehen.

Eigentlich war mir klar, dass ich nicht mehr als vier Kaninchen unterbringen wollte, auch wenn mich immer wieder Notrufe erreichten. Fleißig vermittelte ich also Kaninchen, aber keins sollte mehr bleiben. Aber: Unverhofft kommt oft! oder: Snoopys Geschichte...

Snoopy

 

Meine Freundin nahm Snoopy von einer Frau auf, die ihn im Wald beim Hundespaziergang gefunden hatte - fast wäre Snoopy Opfer des Hundes geworden. Meine Freundin wollte Snoopy auch gerne behalten, doch sie beherbergt nur große Kaninchen (Deutsche Riesen), und Snoopy fand bei ihr keinen Anschluss. Da es meiner Freundin so wichtig war, dass das kleine Kaninchen ein artgerechtes Zuhause bekommt, bat sie mich, ihn aufzunehmen - und ich sagte schließlich ja. Snoopy verstand sich auf Anhieb, ohne ein einziges böses Wort, mit den Kaninchenmädels.

 

Und hier die Kaninchen beim Freilauf: